Kenneth Bonert
Toronto. Was uns durch die Nacht trägt.
Diogenes Verlag 2021 / geb./ 256 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Nina Schramm

Die kanadische Stadt Toronto ist Ort des Geschehens aller vier Geschichten, die Kenneth Bonert in seinem Erzählband „Toronto“ zusammengetragen hat. … weiterlesen

Henning Ahrens
Mitgift
Klett-Cotta 2021 / geb. / 345 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Detlef Gertkamp

Seit sieben Generationen bewirtschaftet die Familie Leeb im niedersächsischen Dorf Klein Ilsede bei Peine ihren Bauernhof. Immer darauf bedacht  weiterlesen

Anne Stern
Meine Freundin Lotte
Kindler Verlag 2021 / geb. / 365 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Gabriele Klinski

Lotte Laserstein (1898-1993), Malerin/Künstlerin, wurde in den vergangenen Jahren durch Ausstellungen in Berlin, Frankfurt und Hamburg wiederentdeckt. … weiterlesen

Anne Stern „Meine Freundin Lotte“

Kindler Verlag 2021 / geb. / 365 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Gabriele Klinski

Lotte Laserstein (1898-1993), Malerin/Künstlerin, wurde in den vergangenen Jahren durch Ausstellungen in Berlin, Frankfurt und Hamburg wiederentdeckt. Ihr zentrales Thema war die Bildnismalerei, sie gilt heute als bedeutende Künstlerin der Weimarer Republik. Ihre Frauenbildnisse verkörperten die neue, selbstbewusste Frau, als eine der ersten hatte sie sich den Zugang zur Berliner Akademie erkämpft. Lotte Laserstein war Jüdin und durfte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten weder ausstellen noch unterrichten. Sie emigrierte nach Schweden und konnte nie wieder an ihren Erfolg anknüpfen.

Anne Stern erzählt in dieser Romanbiographie abwechselnd aus der Perspektive von Lotte und ihrem Lieblingsmodell, ihrer Freundin Traute Rose. Sorgfältig recherchiert, so dokumentiert sie ein literarisches Denkmal zwei besonderer Frauen, stellvertretend für die Künstlerinnen in den 20er- und 30er-Jahren, die belächelt und immer kämpfen mussten für ihre Anerkennung.

Henning Ahrens „Mitgift“

Klett-Cotta 2021 / geb. / 345 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Detlef Gertkamp

Seit sieben Generationen bewirtschaftet die Familie Leeb im niedersächsischen Dorf Klein Ilsede bei Peine ihren Bauernhof. Immer darauf bedacht, das Familienerbe zu bewahren. Dann kommt es zur Katastrophe.

Henning Ahrens erzählt die Geschichte der Familie ausführlich und historisch genau, beginnend im Jahr 1755, endend im Jahr 1962. Die collageartigen Texte und Zeitsprünge zeichnen feine Bilder der einzelnen Charaktere und Epochen. Dadurch entsteht ein sehr realistisches Bild der Verteilung von Macht in der bäuerlichen Gesellschaft.

Anfänglich irritierte mich die sachliche und zurückgenommene Sprache. Aber schon nach den ersten Seiten hat es mich gepackt. Um 4:55 war das Ende der Erzählung erreicht. Schade. Unbedingt empfehlenswert.

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Kenneth Bonert „Toronto. Was uns durch die Nacht trägt“

Diogenes Verlag 2021 / geb./ 256 Seiten / 22 €
Eine Empfehlung von Nina Schramm

Die kanadische Stadt Toronto ist Ort des Geschehens aller vier Geschichten, die Kenneth Bonert in seinem Erzählband „Toronto“ zusammengetragen hat. Bonert wurde in Johannesburg (Südafrika) geboren und emigrierte als 17 Jähriger mit seinen Eltern nach Kanada. Toronto selbst ist als Einwanderermetropole bekannt, die unterschiedlichsten Kulturen treffen hier aufeinander. Bonert erzählt von Menschen, die in unserer modernen, westlichen Welt leben, die so unendlich viele Möglichkeiten und Begegnungen bereithält.

Doch ist es oft die Einsamkeit, die die Menschen umtreibt und zu den absurdesten Handlungen bringt. Egal ob Immobilienmaklerin, Künstler oder Hausfrau – jede/jeder sucht hier sein Glück und seinen Ankerplatz im Leben und erkennt sich selbst erst in der Begegnung mit dem anderen. Die Wege, die Bonerts Figuren zurücklegen und die Abgründe, die er aufzeigt, stehen im harten Kontrast zur vielgepriesenen kanadischen „Feel good“- und Höflichkeitsmentalität. Bonerts Sprache erzeugt Kopfkino. Er lässt die LeserInnen durchs Schlüsselloch blicken, schonungslos und ohne rosarote Brille. Dabei erschafft er beeindruckende flirrende Großstadtliteratur. Ich habe wie im Rausch gelesen.