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Kjona Verlag 2026 / Geb. / 336 Seiten / 26 €
Eine Empfehlung von Gabriele Klinski
Molly Keane, irische Schriftstellerin (1904 – 1996), begann mit 22 Jahren unter Pseudonym zu schreiben. Nach dem Tod ihres Mannes verstummte sie für lange Zeit, bis sie 1981 mit dem Roman „Das gute Benehmen“ ihr fulminantes Comeback feierte. In diesem jetzt wiederentdeckten Roman erzählt sie die Geschichte der Familie St. Charles und ihrer Mitglieder. Die 1920er-Jahre in Irland sind rau. Aaron, zu große und zu laute Tochter des Hauses, die nicht gemocht wird, die nicht in soziale Konventionen damaliger Zeit passt, steht im Mittelpunkt. Sie sehnt sich nach Zugehörigkeit und Zuneigung. Doch ihre unterkühlte Mutter ist zu sehr abgelenkt von den Betrügereien ihres Gatten. Als Aroon sich ausgerechnet in den charismatischen Richard verguckt, erfährt sie, dass der eine Affäre mit ihrem geliebten jüngeren Bruder Hubert hat. Hubert kommt bei einem Autounfall ums Leben, ihre Eltern, anstatt zu trauern, werfen das letzte verbliebene Geld zum Fenster raus. Aroon plant ihre Rache.
„Das gute Benehmen ist das Porträt einer irischen Familie, zerbrochen und gekittet nur von Normen, die zeigen, wie man sein soll, in der Mitte eine Frau, die zwar weiß, wie sie sein soll, es aber nicht ist. Und doch ist sie vor allem sie selbst und es reicht irgendwie nicht, nicht für sie, nicht für die Beobachtenden und dann stellt sich die Frage: Wer schaut zu?“ (Auszug aus dem Vorwort von Tara-Louise Wittwer)
Kein&Aber Verlag 2026 / Geb. / 263 Seiten / 26 €
Eine Empfehlung von Gabriele Klinski
Was für eine herrlich verschrobene kluge unterhaltsame Geschichte, ein Streit unter Wissenschaftlern als Herausforderung für einen Hoteldirektor. Der Roman spielt im Jahr 1920 in Bad Nauheim. Schauplatz des Geschehens ist der „Rastende Kranich“, ein traditionsreiches Hotel, in dem Bismarck schon seinen Tee zu sich nahm, mittlerweile jedoch etwas angestaubt und schon seit längerem unter Gästeschwund leidend. Hier in Bad Nauheim findet nun die Versammlung Deutscher Naturforscher mit mehr als 2.000 Teilnehmern statt.
Die Quartiere des kleinen Kurortes sind ausgebucht, so auch das Hotel „Rastender Kranich“. Dort wird allergrößter Wert auf Traditionspflege gelegt, moderne Möglichkeiten wie Reklameanzeigen werden strikt abgelehnt. Als Direktor Kleeberger erfährt, dass zwei berühmte Wissenschaftler, Albert Einstein und Philipp Lenard, die bei ihm im „Rastenden Kranich“ logieren, heftig verfeindet sind, hat er die Idee, den Streit zwischen den beiden zu schlichten. In Folge soll dann in allen Zeitungen darüber berichtet werden und sein Haus erhält endlich wieder die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Ein ambitionierter Plan, in dessen Folge das Chaos seinen Lauf nimmt. Dabei ist Ruhe das oberste Gebot für Direktor Kleeberger und sein Hotel! Der Direktor versucht das Unmögliche, er will den Streit der beiden Wissenschaftler schlichten. Bei dem geht es weniger um persönliche Animositäten sondern um den heftigen Widerstand deutscher Forscher gegen Einsteins Relativitätstheorie, Lenard gegen Einstein. Ein aussichtsloses Unterfangen, führt doch jeder Schlichtungsversuch Direktor Kleebergers zu noch mehr Komplikationen.
Mit bewundernswerter Leichtigkeit und einer unwiderstehlichen Komik erzählt Daniel Mellem, promovierter Physiker, äußerst kenntnisreich und gut recherchiert von dieser historischen Begebenheit. Beste Unterhaltung!
C.H. Beck Verlag 2026 / Geb. / 304 Seiten / 24 €
Eine Empfehlung von Gabriele Klinski
Im Mittelpunkt des in England spielenden Romans steht Ivy, deren Lebensgeschichte erzählt wird, beginnend Ostersonntag 1938 – erster Tag – und endend Ostersonntag 1999 – sechster Tag. Ivy, 19 Jahre alt, steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, unsicher, wohin ihr Weg sie führen wird. Soll sie Tänzerin werden? Malerin? Abenteurerin? Eines ist sicher: Ihr Leben soll besonders werden – so besonders wie ihre ganze Familie. Dann passiert ein tragisches Unglück eben am Ostersonntag 1938 und lenkt ihr Leben in überraschend gewöhnliche Bahnen: Sie heiratet, bekommt Kinder und arrangiert sich mit ihrem Alltag. Jahre später führt die erneute Begegnung mit Frances, die sie an jenem Ostersonntag zum ersten Mal traf, dazu, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Aus der Zuneigung zwischen den beiden Frauen wird eine heimliche Liebe, die, den gesellschaftlichen Konventionen geschuldet, keinen Platz finden darf.
In „Tage des Lichts“ erzählt Megan Hunter auf berührende Weise ein achtzigjähriges Frauenleben in sechs Tagen – ein stiller Roman über Sehnsucht, Schuld und den Mut, sich den eigenen Wünschen an das Leben zu stellen.
Pappbilderbücher aus dem Peter Hammer Verlag u.a.












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